Wie heise.de berichtet:
Die Bürgerrechtsorganisation Privacy International (PI) hat erstmals eine Rangliste (PDF-Datei) großer Internetdienstleister erstellt, in der ihr Umgang mit persönlichen Daten der Nutzer berücksichtigt wurde. Der US-amerikanische Suchmaschinenhersteller Google erhielt dabei als einziges der 23 Unternehmen die schlechteste Note "datenschutzfeindlich".
Nun ja, auch Microsoft - wenngleich besser - hat nicht sonderlich gut abgeschnitten, bei allen gestesteten Unternehmen gibt es Verbesserungsbedarf. Am besten noch bewertet wurden BBC, Last.fm und Wikipedia.
So weit, so gut, aber was mich doch ein wenig gewundert hat, war die Reaktion von Google. Anstatt dass die Datenkrake Besserung gelobt wird Privacy International unterstellt im Auftrag von Microsoft zu arbeiten, weil doch ein Mitarbeiter von Microsoft dem Beratungsgremium angehört. Abgesehen davon, dass das Gremium 70 Mitarbeiter hat, und Privacy International in der Vergangenheit nicht gerade freundlich gegenüber Microsoft aufgetreten ist, finde ich die Art und Weise wie mit Kritik umgegangen wird - nämlich nicht in der Sache zu argumentieren sondern den Kritiker zu diskreditieren - äußerst bedenklich.
In einem offenen Brief an den Chef des Unternehmens, Eric Schmidt, weist PI-Direktor Simon Davies den Verdacht zurück, es sei bei der Erstellung der Rangliste nicht mit rechten Dingen zugegangen, da ein Microsoft-Mitarbeiter dem aus 70 Experten bestehenden PI-Beratungsgremium angehöre. Der Softwarekonzern weist nach Ansicht von PI zwar ebenfalls Datenschutzmängel auf, bekam aber eine bessere Note als Google. Davies schreibt, der betreffende Microsoft-Mitarbeiter habe PI bereits sechs Jahre angehört, als er von dem Unternehmen angeworben worden sei.
Im offenen Brief ist unter anderem zu lesen:
Two European journalists have independently told us that Google representatives have contacted them with the claim that "Privacy International has a conflict of interest regarding Microsoft". I presume this was motivated because Microsoft scored an overall better result than Google in the rankings.
Let me state here on the record that in the seventeen years of our existence, no company has ever made such a claim. Privacy International is a fiercely independent organization that has never shown fear nor favour. [...]
According to our sources, your representative or representatives made particular reference to one member of our 70-member international Advisory Board. This man is a current employee of Microsoft. I can confirm that he joined our Advisory Board well before he was headhunted by Microsoft. At the time he was the director of a leading UK non-governmental organization and had more than six years extensive involvement in the work of Privacy International. He is a decent, skilled and honorable man who upon his appointment with Microsoft offered us his resignation. We refused to accept it, and he continues to serve on the Board in a private capacity. As an exceptionally skilled IT and security expert he is a superb resource in our day-to-day work across many fields of privacy. To infer that he in any way influences our decisions with regard to Microsoft is not just inaccurate but it is also insulting.
Buuuuuuh, Google. Besserung erwünscht! (Auch für die anderen 22 Unternehmen, inklusive Microsoft)
Quelle: heise online - Bürgerrechtler verlangen von Google besseren Datenschutz